Fusion 2017

English version below!

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Nachdem der sintflutartige Regen endlich ein Ende gefunden hat, machen auch die Aufbauarbeiten an der Oase wieder Fortschritte. Bunte Planen und Netze überspannen den sandigen Boden, an der Fabrique ist über Nacht ein Infopunkt entstanden und im Wäldchen wird mit Hochdruck am Chill-Out-Bereich gearbeitet. Normalerweise würden sich an diesem Wochenende Tausende auf dem Fusion-Festival aufhalten und ein bisschen Fusion-Flair macht sich auch hier breit, als aus den Boxen der neuen Bar entspannter Elektro anklingt. Menschen mit großen Rucksäcken auf dem Rücken mischen sich mit dem Publikum des Punk-Konzerts, das jeden Moment in der Fabrique beginnen wird; aus dem ersten Stock kommen die Besucher des Enmedio-Kollektiv-Workshops. Kein Zweifel, der Gipfel-Protest rollt an und mit ihm zahlreiche Menschen auf der Suche nach Informationen, Orientierung und vor allem Schlafplätzen.

Wie auf einer richtigen Fusion darf natürlich auch der Belagerungsring der Polizei nicht fehlen, der uns permanent umgibt. Einheiten aus allen Bundesländern umrunden regelmäßig das Viertel. Allerdings hat die Polizeipräsenz direkt an den Messehallen spürbar nachgelassen, aus einem einfachen Grund: Polizei und Politik versuchen momentan den Protest im Keim zu ersticken, indem diesem gar nicht erst die notwendige Infrastruktur zugestanden wird. Verkehrswege, wie der Alte Elbtunnel, werden gekappt, Busse aufgehalten und durchsucht (trotz Polizeischikanen ist die Vorhut des Wendlandtrecks in Hamburg angekommen und hat für die Nacht Aufnahme auf dem Hof der fux eG gefunden), Demonstrationen verboten. Am härtesten trifft dieses Vorgehen zurzeit die geplanten Camps, die trotz eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts verboten oder auf ein Mindestmaß beschnitten werden sollen. Küchen, Dusch- und Schlafverbote sollen Menschen davon abhalten, überhaupt nach Hamburg zu kommen – das Verweigern der grundlegendsten Bedürfnisse als politische Repression.

 

 


Die Oase reagiert darauf, so gut sie kann: In der Schier’s Passage beginnt der Aufbau der Vokü, die täglich tausend Menschen versorgen soll und im Fabrique-Hof wurden provisorische Outdoor-Duschen errichtet. In Altona entsteht die Kampagne „Schlaflos in Hamburg“, die sich um die Vermittlung von Plätzen kümmert, während in Volks- und Stadtpark und vor den Gerichten weiter um die Camps gekämpft wird. Die lokalen Strukturen gegen die Strategien von Prävention und Repression.

Rote Flora, Recht auf Stadt, Koze, Centro sociale, Fux, Gängeviertel – die Kämpfe der letzten Jahre haben uns vernetzt und stark gemacht. Vertraut uns und kommt nach Hamburg! Gemeinsam kriegen wir alle versorgt und untergebracht, damit nicht das wahr wird, was heute schon auf Twitter zu lesen war: „Drei Tage ohne Duschen, Essen und Schlafen? Tausende bezahlen dafür auf der Fusion Eintritt!“

Freie Oase Gängeviertel, Tag 2, 1. Juli 2017

 

Update: Heute Nacht hat das Gericht ein Camp in Entenwerder genehmigt. Na also, geht doch! Morgen 12h alle hin zum Aufbau!

 

Fusion 2017

 

After the storm, the oasis finally is making some headway. Colorful sails stretch over the sandy ground, an Info-Point sprung up next to the Fabrique over-night and in the small forest people are working tirelessly on the chill-out area. Usually, this would be the weekend of Fusion Festival, where thousands of people would celebrate. Some slow electronic music from the new bar creates at least a little bit of this feeling. People with big backpacks mix with the crowd waiting for the punk-concert, that’s about to begin in the Fabrique, and the guests of the Enmedio workshop. No doubt, the protest to the G20-summit has arrived and with it many people looking for information, orientation and, above all, a place to stay.

 

 

Just as on the original fusion, the whole scenery is sourounded by the police. Units from all areas of Germany frequently circle the project. However, the presence of police has noticeably diminished today, for a simple reason: Police and politicians attempt to impede the protests by denying it its basic infrastructure. Traffic lines are cut, busses stopped and searched, and demonstrations prohibited. The camps are hit hardest by this strategy. Apparently, not even a judgement by the Supreme Court is sufficient in this city right now. The prohibition of kitchens, showers, and sleeping tents attempts to prevent people from even coming to Hamburg – the denial of basic necessities as a strategy of repression.

The Oasis reacts to this situation by setting up a kitchen for one thousand people daily and by putting up outdoor-showers; In Altona the initiative “Sleepless in Hamburg” is founded to find sleeping places for everyone, while the camps in the Stadt- and Volkspark struggle, in and outside the courts.

Rote Flora, the Right to the City-movement, Koze, Centro sociale, Fux and Gängeviertel: Our struggles of the last years have united us and made us strong. Trust us and come to Hamburg! Together, we will accommodate and feed everyone to avoid what has already been called on Twitter today: “Three days of sleep-deprivation, no food and no showers? Usually, people pay entrance for that at the Fusion.”

Free Oasis Gängeviertel, Day, 2, 1 July 2017

Update: Tonight, the courts permitted the anti-capitalist camp in Entenwerder. Finally! Tomorrow at noon we’ll start putting it up!

 

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